7. Jahresmitgliederversammlung in Brasilien

Mehr als 90 Mitglieder nahmen an der 7. Jahresmitgliederversammlung des VDMA in Brasilien teil. Aufgrund der durch die Covid 19-Pandemie auferlegten Einschränkungen fand das Treffen virtuell statt.

Obwohl die Pandemie persönliche Kontakte verhinderte, ermöglichte die Technologie Mitglieder die in Brasilien, Mexiko, Chile und Peru sowie in den deutschen Hauptsitze arbeiten, zusammen zu bringen. Die Vertreter der VDMA-Büros in Russland und Indien waren ebenfalls anwesend.

Michael Teschner, Präsident von VDMA Brasilien und dessen Direktor Thomas Junqueira Ayres Ulbrich, eröffneten das Treffen am 25. August und stellten die drei Redner vor, die sich mit verschiedenen Aspekten des Maschinenbaus befassten. Vertreter der VDMA-Mitgliedsunternehmen - KraussMaffei in Mexiko, Samson in Peru und Herrenknecht in Chile - gaben ebenfalls einen kurzen Beitrag über die Situation der Branche in ihren Ländern.

José Velloso, stell.Hauptgeschäfsführer des brasilianischen Verbandes der Maschinen- und Anlagenindustrie - ABIMAQ, gab einen Überblick über die aktuelle Situation. Der Sektor, der für 5% des brasilianischen BIP verantwortlich ist, war in der Zeit von April bis Juni stark von der Pandemie betroffen. Die Daten für Juli und August zeigen jedoch, dass die wirtschaftliche Erholung bereits begonnen hat. "Wir sind optimistisch, die Krise war in " V ", sagte Velloso,"und die Umsatzschätzungen für 2020 sehen einen Rückgang von nur 4% vor ".

Die Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die deutsche Maschinen- und Anlagenbauindustrie, aber die Erholung wird voraussichtlich langsamer sein. Ulrich Ackermann, verantwortlich für die Außenwirtschaftsabteilung beim VDMA - Deutschland, berichtete, dass ein  Rückgang der Auftragseingänge von  16% die Branche im ersten Halbjahr dieses Jahres  verzeichnete. Unter den VDMA-Mitgliedern sollte die Rückkehr zu den gleichen Aktivitätsniveaus von 2019 erst 2021/2022 erfolgen.

Brasilien ist und bleibt laut Ackermann der wichtigste Markt für deutsche Maschinen in Lateinamerika. In diesem Zusammenhang steht der VDMA für eine rasche Ratifizierung des Mercosur-EU-Abkommens. Die Behauptungen, es würde das nationale Industrieunternehmen zerstören, sind nach Ackermanns Ansicht nicht gerechtfertigt. "In der gegenwärtigen Situation ist die brasilianische Industrie nicht international wettbewerbsfähig, und um dies zu erreichen, muss Brasilien Reformen durchführen." Das Abkommen sieht vor, dass die Senkung der Einfuhrzölle 10 bis 15 Jahre dauern wird. "Die Branche hat genug Zeit, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen", sagte der Direktor des VDMA.

Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Kaeser Kompressoren, präsentierte ein Profil seines Unternehmens der 7.000 Mitarbeitern beschäftigt und einem Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro hat. Unter dem Motto "Mehr Druckluft mit weniger Energie" konzentriert sich die Produktion in Deutschland und wird nach Niederlassungen in fast 100 Ländern exportiert. In Brasilien ist Kaeser Compressores seit den 1990er Jahren tätig und verfügt bereits heute über ein Portfolio mit mehr als 10.000 Kunden. Kaeser betonte die Bedeutung der Mitarbeiterschulung. "Wir investieren viel Zeit und Geld in die Schulung unserer Mitarbeiter, aber das zahlt sich aus. Die Qualifikation des Personals in den Niederlassungen ist die gleiche wie die des Personals in Deutschland", sagte er. In Bezug auf die wirtschaftlichen Instabilitäten, die Brasilien und andere lateinamerikanische Länder charakterisieren, zögerte Thomas Kaeser nicht: "Wir haben große Hoffnung und großes Vertrauen in die Region. Wenn es uns gut geht und wir danach schlechte Zeiten haben, dann ist unsere Motivation für den Aufstieg stärker.  In schwierigen Zeiten haben Pessimisten normalerweise Recht, aber die Optimisten machen die Geschäfte", meinte er.

Am Ende des Treffens, während des virtuellen Chat zwischen den Mitgliedern konnte festgestellt werden dass, trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten großer Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung Brasiliens besteht.