Studie bildet den brasilianischen Markt für Maschinen zur Herstellung von Kunststoffverpackungen ab

Messe Düsseldorf - Ctillmann

Neue Investitionen in diesem Sektor hängen von der Erholung der Wirtschaft ab.

Mit dem Ziel, das Wissen über den brasilianischen Markt für Maschinen für die Kunststoffverpackungsindustrie zu erweitern, beauftragte EUROMAP, der europäische Verband der Vertreter der Kunststoff- und Gummiindustrie, MAXIQUIM, ein auf die Chemiebranche spezialisiertes Beratungsunternehmen, mit der Durchführung einer detaillierten Untersuchung dieses Marktes.

"Brasilien ist Europas wichtigster Handelspartner in Lateinamerika", sagt Thomas Junqueira Ayres Ulbrich, Leiter der VDMA-Geschäftsstelle Brasilien, einer mit EUROMAP verbundenen Institution. Nach Angaben der Exekutive exportierte die Europäische Union 2018 Maschinen für die Kunststoff- und Gummiindustrie im Wert von 169 Millionen Euro nach Brasilien. "Das ist ein Wert, der einen aufmerksameren Blick auf den Markt rechtfertigt, um die aktuelle Situation zu kennen und die Zukunftsaussichten zu analysieren", sagt Ulbrich. 

In der in der ersten Jahreshälfte 2019 durchgeführten Umfrage befragte MAXIQUIM 75 Unternehmen, die Industrieverpackungen und Verpackungen für Konsumgüter herstellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Markt von kleinen und mittleren Unternehmen dominiert wird, mit bis zu 100 Mitarbeitern und einer jährlichen Verarbeitungskapazität von weniger als 5.000 Tonnen. Das Durchschnittsalter der Maschinen beträgt 10 Jahre, was der Situation in Europa sehr ähnlich ist. Die wirtschaftliche Rezession der letzten Jahre hat sich auf die Investitionen in diesem Sektor ausgewirkt, und es wurde festgestellt, dass die Rate der Maschinenauslastung relativ niedrig ist (durchschnittlich 75%). Allerdings planen 40% der Unternehmen, in den nächsten fünf Jahren zu investieren, teilweise über 1 Million Euro. Es sind höhere Investitionen in Spritzgießmaschinen und nicht in Extrusionsmaschinen geplant. Generell sind zukünftige Investitionen von einer effektiven Wiederaufnahme der Maschinenauslastung abhängig. Produkte mit hoher Wertschöpfung, wie beispielsweise flexible Mehrschichtverpackungen, werden als Zukunftstrends identifiziert. Die Qualität der Maschine wird als wichtigster Faktor bei der Kaufentscheidung genannt, gefolgt vom Preis. Trotz der Forderung nach einem wachsenden Automatisierungs- und Produktivitätsgrad ist Industry 4.0 (Smart Factory) in Brasilien definitiv noch nicht angekommen.

EUROMAP plant, weitere Studien zu verschiedenen Marktsegmenten - wie z.B. der Automobilindustrie - zur kontinuierlichen Aktualisierung von Informationen und Daten durchzuführen.