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VDMA: Brasiliens Chancen nicht der chinesischen Konkurrenz überlassen

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Deutsche Maschinenbauer setzen auf Brasilien, aber in Zukunft müssen sie sich noch mehr auf den lokalen Markt einlassen. Schließlich greifen die Chinesen „von unten an“, während die deutschen Anbieter von „oben“ mit high Tec-Produkte den Markt aufrollen. Einige in Brasilien traditionell starke Maschinenbereiche laufen gut, aber für die Zukunft müssen sich deutsche Firmen aktiv um eine Strategie bemühen. Das ist das Ergebnis der Studie „Wachstumschancen im brasilianischen Maschinenbaumarkt“, die der VDMA in enger Zusammenarbeit mit Roland Berger Strategy Consultants erarbeitet hat und exklusiv nur für die VDMA-Mitgliedsunternehmen zur Verfügung steht.


Brasilien erfordert Präsenz vor Ort

Deutsche Maschinenbauer stehen vor dem Dilemma, genau herauszufinden, wieviel lokale Präsenz sie vorhalten müssen. Brasilianische  Kunden erwarten  einen immer besseren Service, während sie gleichzeitig beim Technologieniveau auch mit einem mittleren Niveau zufrieden wären.  VDMA-Präsident  Dr. Reinhold Festge, der selbst lange Jahre für sein Unternehmen in Brasilien tätig war, berichtet: „Es braucht viel Kapital und viel Know how, um mit den lokalen Gegebenheiten klar zu kommen. Vor diesem Hintergrund ist es misslich, dass das Handelsabkommen Mercosur die Bedienung der Nachbarländer von Brasilien aus nicht erleichtert. Brasilien ist zu groß, um den Markt der asiatischen Konkurrenz zu überlassen.“ Ein kräftiges Anspringen der Konjunktur in Brasilien wäre nicht nur für das Land das Beste, es böte  auch klare Investitionsanreize für deutsche Firmen.
Brasilien bietet Chancen – trotz aktuell schlechter Konjunkturaussichten.

Die aktuelle Konjunktureinschätzung in Brasilien ist nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen weiter von Pessimismus geprägt. Dennoch: die brasilianische Maschinennachfrage beträgt nach Berechnungen der Studie etwa 52 Milliarden Euro für 2014. Immer noch ist die lokale Produktion von großer Bedeutung. Ein Anlass für den VDMA, die Branche genauer zu analysieren.

Für die Nachfrage nach Maschinen und Komponenten sieht die Studie gleichwohl eine Reihe positiver Treiber, etwa den hohen Automatisierungsbedarf, das Thema Energieeffizienz und die weiterhin stark steigende Nachfrage nach verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränken.

Die Durchdringung mit Importen ist stark vom  Maschinensegment abhängig. Bei Land- und Baumaschinen ist sie sehr niedrig, bei Komponenten gewinnen Importprodukte mehr und mehr Anteile, diese liegen heute bei 60 bis 70 Prozent. Gerade die Anbieter von Komponenten dürften von der technologischen Aufholjagd der brasilianischen Investitionsgüterindustrie profitieren.

Deutsche Firmen des Maschinenbaus sind traditionell stark in Brasilien vertreten. Aber auch Nischenanbieter in der deutschen Investitionsgüterindustrie zieht es nach Brasilien. Der VDMA hat daher 2013 ein Verbindungsbüro in Brasilien eröffnet, das ein Netzwerk zu den lokalen Niederlassungen des deutschen Maschinenbaus unterhält.

China ist starker Konkurrent für deutschen Maschinenbau in Brasilien

Die internationale Konkurrenz für deutsche Maschinenbauer in Brasilien ist allerdings stark gewachsen. Die chinesischen Wettbewerber haben in den letzten Jahren Jahr für Jahr bei den Importen zugelegt, von drei Prozent (2004) auf heute fast 19 Prozent. Gleichzeitig ist der Marktanteil deutscher Firmen an den Gesamtimporten Brasiliens von über 19 Prozent in 2004 auf nur noch 13 Prozent in 2013 zurückgegangen.

Haben Sie noch Fragen? Thomas Junqueira Ayres Ulbrich, Geschäftsführer VDMA-Verbindungsbüro Brasilien, Tel.+55 11 4305 8043 beantwortet sie gerne.

Bildquelle : Siemens

Ulbrich, Thomas
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